Jonas Engelmann über Sfars jüdische Bilderwelten

07.01.2013

In der aktuellen Ausgabe von Der Freitag findet sich eine spannende Rezension zu den Werken Joann Sfars. Der Verfasser Jonas Engelmann untersucht darin die Verbindung der Bilderwelten des französischen Comic-Künstlers mit denen Marc Chagalls und stellt in Bezug auf die Klezmer-Reihe fest:

"(Sfar) bricht völlig mit den Erwartungen an die Narration im Comic, indem er kaum mehr Comic-Panels zeichnet, sich vielmehr an einem Skizzenbuch orientiert. Diese Auflösung der Comicform – und auch die in diesem vierten Band vollzogene Wendung von Aquarellfarben hin zu Buntstiften – ist nur die konsequente Weiterführung der in Klezmer verhandelten Versuche der Protagonisten, Fluchtwege aus den auf sie projizierten Klischees zu finden. „Ich würde gern die Juden aus meinem Dorf nehmen und sie in meinen Bildern in Sicherheit bringen“, zitiert Sfar Marc Chagall im ersten Band von Klezmer.
Das Werk Joann Sfars nimmt diesen verzweifelten Versuch des Künstlers auf, lässt ein jüdisches Leben in seinen Bildern auferstehen, die dabei jedoch immer von einer Trauer darüber durchzogen sind, dass die Welten, die er erschafft, nur hier und niemals mehr in der Realität vorhanden sind."

Die Rezension kann man in voller Länge hier nachlesen.



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