Tagung „Sketching the Past" in Frankfurt(Oder)

12.08.2013

Lange galt der Comic als triviales Medium, der für kurzweilige Unterhaltung stand und nicht als Bildungsmedium geeignet erschien. Besonders in Deutschland hatte der Comic im Gegensatz zum französischen Nachbarn einen schweren Start, da er in der Übergangsphase von Weimarer Republik zum Nationalsozialismus bekannt wurde und später gar als Inbegriff amerikanischer Unterhaltungskultur ins Schussfeld deutscher Kulturkritik geriet. Letztlich galt der Comic sogar als Medium, das das Bildungsideal gefährde.

Die Tagung „Sketching the Past – Vermittlung von Gewaltgeschichte im Comic“ geht der Frage nach, wie reflektiert der Einsatz der sequential art (Eisner) bisher im Bildungsbereich erfolgt. Möglichkeiten und Grenzen der Comicgenres im Bereich der Geschichtsvermittlung stehen im Fokus.

Vom 26 - 28. September diskutiert das Who-is-Who der deutschen Comicszene zusammen mit Vertretern aus der Bildungsarbeit, Wissenschaft und Verlagswesen die Darstellung von historischen Gewaltkomplexen in Comic und Graphic Novel. Begleitet wird die Tagung von einer öffentlichen Lesung und einem Filmabend.

Die Comicautoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler lesen aus ihrem im Jahr 2012 bei avant erschienenen Buch Berlin – Geteilte Stadt. Hierzu bieten die beiden zwei aufeinander aufbauende Workshops an.

Der erste Workshop findet im Anschluß an die Lesung in Form eines Making-of statt. Hier werden die Autoren ihre Herangehensweise demonstrieren, von der Ideenfindung, über Drehbuch, Scribble bis zur fertigen Reinzeichnung. Dabei geht es um folgende Fragestellungen: Welche Einstellungsgröße eignet sich für welche Bildaussage? Wie kann ich durch die Komposition die Bildaussage steigern? Wie setze ich Bild und Text so ein, dass sich beide Elemente ergänzen? Wie nutze ich den Seitenaufbau für eine dramaturgische Erzählweise?

Im zweiten Workshop werden die Teilnehmer ausgehend von dem Buch „Tunnel 57- eine Fluchtgeschichte als Comic“ von Susanne Buddenberg und Thomas Henseler eigene Bildideen für eine Comicgeschichte entwickeln, die auf Zeitzeugeninterviews basiert. Die vermittelten Informationen und Erkenntnisse aus Workshop 1 erfahren hier eine praktische Anwendung.

Weitere Infos zum Programm können hier aufgerufen werden.

Fragen und verbindliche Anmeldungen zur Veranstaltung (40 Euro Übernachtung+Verpflegung, 25 Euro ohne Übernachtung) bitte an: m.plitt@instytut.net

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