Zum 5oo. Todestag von Hieronymus Bosch

10.08.2016

Am 9. August 1516 starb der Maler Hieronymus Bosch im südniederländischen s-Hertogenbosch. Seine Werke werden noch heute bestaunt, über sein Leben ist jedoch wenig bekannt. Dennoch gelang es Marcel Ruijters in fünfjähriger Arbeit eine Comic-Biografie über den Maler zu zeichnen, in der er Werk und Leben vereint.





„Wie Bosch selbst zeichnet Ruijters mit klarer Feder alptraumhafte Wesen, die nicht nur Boschs Bilder, sondern auch sein Leben bevölkern.“ (Malte Goebel - Berliner Zeitung)

Ruijters Stil ist nicht an Boschs Gemälden angelehnt, dennoch „versteckt er hier und da ein paar ‚Easter Eggs‘, kleine Elemente aus Boschs Gemälden“, weiß Kai Löffler vom Deutschlandfunk. Ruijters konzentriere sich vor allem auf Boschs Träume, seine Inspiration und die oft menschenverachtende Welt des Mittelalters.

In Der ZEIT wird ergänzt: „Seine groben Zeichnungen stehen in einem schrillen Kontrast zu den prachtvollen feingemalten Gemälden von Bosch. Das ist klar - es ist ein Comic. Doch gerade durch die Form wird die Lebenswelt drastisch lebendig: Korrupte Priester, furchterregende Leprakranke, ausgemergelte Krüppel, gierige Alte, dicke Reiche - Ja, so muss die Stadt ausgesehen haben, in der Bosch seine Inspiration fand.“

Und so erfahren wir in dem Comic, wie Bosch gelebt und gearbeitet haben könnte, wer seine Auftraggeber waren, wie sein Alltag ausgesehen und was ihn inspiriert haben könnte. Warum gerade das nach einem halben Jahrtausend noch interessant für uns ist und wie mittelalterliche Malerei und Comic zusammen funktionieren können, erfasst Alexander Brauer in einem Interview von Radio Bremen, das hier nachgehört werden kann.
Auch bei Deutschlandradio Kultur werden zum 500. Todestag von „Hieronymus Bosch Superstar“ Publikationen vom berühmten Renaissancemaler besprochen, darunter auch Ruijters Comic-Biografie.




(Copyright Foto: Ufuk Ucta; BZ: 2016)

„Marcel Ruijters ist Experte für mittelalterliche Themen, für seine Umsetzung von Dantes ‚Inferno‘ wurde er bereits ausgezeichnet, 2015 erhielt der 49-Jährige für sein Gesamtwerk den höchsten niederländischen Comic-Preis, den Stripschaprijs.“ (Nicola Kuhn – Der Tagesspiegel)

„Nach dem Lesen will man direkt nach Bosch und seinen Bildern googlen, im berühmten Weltgerichtstriptychon versinken und den Comic direkt noch einmal lesen und das Detektivspiel auf der Suche nach immer mehr Andeutungen wiederholen.“ (Marek Firlej – Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung)

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