Der Duft der Kiefern

Text & Zeichnung: Bianca Schaalburg

 

Veröffentlichung: September 2021

ISBN: 978-3-96445-058-6
208 Seiten, Hardcover mit Lesebändchen
19,5 x 26,5 cm, vierfarbig

26,00 €

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In Der Duft der Kiefern taucht die Berliner Autorin in ihre Kindheit ein und stößt dabei auf Verdrängung und Lügen. Was hat ihr Großvater Heinrich, angeblich als Buchhalter bei der Wehrmacht in Riga stationiert, von den Gräueltaten der Nazis gewusst? War er vielleicht selbst beteiligt? Bald stellt sich die Frage nach der Mitschuld ihrer Familie. Sie erfährt, dass diese in einem Haus lebte, das ehemals von jüdischen Mitbürgern bewohnt war. Hat die Familie von der Vertreibung profitiert oder war sie gar dafür verantwortlich? Bianca Schaalburg recherchiert die Ereignisse und stellt die Frage nach Schuld und Verantwortung einer ganz normalen deutschen Familie.

 

Wir folgen ihrer detektivischen Spurensuche durch die Nazizeit, die Nachkriegsjahre bis zu den Stasi-Akten des Kalten Krieges und ins Jahr 1968, wo sich alles ändern sollte ...

 

 

Behutsam aber beharrlich lüftet eine Berlinerin das Zierdeckchen, dass ihre Familie über die eigene Rolle im Dritten Reich gebreitet hat. Dabei macht sie einige verstörende Entdeckungen. Ein großartiges Buch!“ (Ulli Lust, "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens")

 

Es sind diese privaten Momente, in denen uns die Geschichte besonders stark berührt und man als Leser und Betrachter zum Zeitreisenden wird.“ Salah Naoura


Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis 2022 in der Kategorie Sachbuch.

Jurybegründung der AKJ

 

„Kann es stimmen, was Großmutter Else behauptet: „Wir. Wussten. Von. Nichts.“? Von der Verfolgung, Enteignung, Deportation und systematischen Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs will sie erst viel später erfahren haben. Und der Großvater? War er ein Mitläufer oder doch ein überzeugter Täter? Es sind sehr persönliche Fragen, denen Bianca Schaalburg in ihrer autobiografischen Graphic Novel beharrlich nachspürt. Doch gelingt gerade über die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte eine tiefgreifende Beschäftigung mit historischen Ereignissen: Geschickt bettet die Künstlerin ihre Nachforschungen, die selbst wesentlicher Teil der dokumentarisch angelegten Erzählung sind, wie auch die gewonnenen Erkenntnisse in den jeweiligen zeitlichen Kontext ein und legt so ein erstaunliches Geflecht an Unwahrheiten, Unwissenheit und Verdrängung offen. Sorgfältig recherchierte Erläuterungen und Hintergrundinformationen, die in den Bildern, Textpassagen sowie in einem umfangreichen Anhang präsentiert werden, runden die facettenreiche grafische Erzählung ab. Sie helfen, Geschichte im Kleinen wie im Großen zu rekonstruieren und zu erfassen. Der Duft der Kiefern ist so weit mehr als ein Stück persönlicher Erinnerung – es ist ein Beitrag gegen das Vergessen.“



Pressestimmen:

 

Comic: Der Duft der Kiefern | Videobeitrag von arte.tv | 8.10.21 |  

 

Gezeichnete Familiengeschichte | Boris Buchholz | Tagesspiegel | 3.11.2021

 

Auch dort, wo es gut riecht, kann Anrüchiges geschehen sein | Andreas Platthaus | FAZ-Blog | 15.11.2021

 

Die Kraft der Erinnerung | Fritz Göttler | Süddeutsche Zeitung | 18.10.2021

 

Nichts gewusst | Jonas Engelmann | jungle.world | 23.12.21

 

Interview als Corso Podcast mit Ulrich Biermann beim Deutschlandfunk | 20.9.21

Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur Lesart | Regina Voss | 6.10.21

Graphic Novel "Der Duft der Kiefern" | WDR 3 Kultur am Mittag | Barbara Geschwinde | 10.09.2021