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07.05. | Gespräch mit Lenz Mosbacher | Wien

Alois Mosbacher: Als ich in den 1970er-Jahren Malerei an der Akademie in Wien studierte, war Joseph Beuys der wohl wichtigste Künstler jener Zeit. Der Mann mit dem markanten Outfit und sendungsbewussten Auftreten faszinierte und erschreckte die damalige Öffentlichkeit und setzte neue Maßstäbe über die Rolle der Kunst in der Gesellschaft. Anfang des Jahrtausends unterrichtete ich dann selbst eine Weile an der Akademie und stellte fest, dass sich das Beuys-Bild der damals jungen Generation gewandelt hatte: Viele Studierende kannten Joseph Beuys nicht einmal mehr. Scheinbar liegt es an jeder neuen Generation, Beuys neu zu entdecken und eigene Zugänge zu seiner Kunst zu finden – oder ihn auch zu verdammen.

Vor etwa zehn Jahren begann mein Sohn Lenz, sich in seinen Comics mit Joseph Beuys zu beschäftigen. Lenz hat nicht die Gesellschaft erlebt, auf die Beuys damals reagierte und die er mit seiner Kunst gestalten wollte. Er zieht Parallelen aus Beuys’ Leben in seine eigene Gegenwart im 21. Jahrhundert. Joseph Beuys hatte seine Person und sein Leben fiktionalisiert – nahezu mythologisiert – und die Grenzen der Wahrheit subjektiv selbst definiert. Aus heutiger Sicht drängen sich von selbst aktuelle Begrifflichkeiten wie „Alternative Facts“ auf.

Im April dieses Jahres erscheint nun Lenz Mosbachers Graphic Novel „Beuys – Die Erfindung der Wahrheit“ im avant-verlag. Aus diesem Anlass möchte ich ihn zu einem gemeinsamen Gespräch laden – über unsere jeweiligen Zugänge zu Joseph Beuys, über Kunst und Wahrheit und über die Frage, warum Beuys immer wieder aktuell wird.

Alois Mosbacher und Lenz Mosbacher: Ein Gespräch über Joseph Beuys

Donnerstag, 7. Mai | 18:30 Uhr

Wiener Secession

Friedrichstraße 12

1010 Wien

 

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Foto: Zoe Opratko